Hohe Einsparpotenziale und eine gute Öko-Bilanz
Nottuln. Für Daniel Krüger, Leiter der Gemeindewerke Nottuln, ist es jedes Mal ein bisschen wie Weihnachten, wenn er, wie fast jeden Tag, einen Blick in das Managementsystem Tvilight wirft. Mit diesem Computerprogramm lässt sich nicht nur die Straßenbeleuchtung in der Gemeinde Nottuln verwalten, sondern Daniel Krüger kann damit auch die Stromverbräuche der insgesamt 2547 Leuchtstellen exakt nachhalten.
Und das, was er da sieht, freut ihn sehr: Seit der Umstellung der Straßenlampen auf moderne LED-Technologie im vergangenen Jahr purzeln die Verbräuche. Und damit sinken auch die Stromrechnungen.
„Durch die Erneuerung der Leuchtköpfe konnten wir im letzten halben Jahr 42 Prozent Strom einsparen. Bis Ende dieses Jahres rechnen wir mit 60 bis 65 Prozent“, sagt Daniel Krüger.
Stand heute sind 153 360 Kilowatt-Stunden (kWh) weniger als in den vergangenen Jahren verbraucht worden.
Auf das ganze Jahr 2025 gesehen, rechnet die Gemeinde Nottuln mit einer Einsparung von rund 215 300 kWh Strom. Das sei etwa so viel, wie 47 Vier-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen, macht der Leiter der Gemeindewerke deutlich.
Zum Vergleich: 2023 lag der Stromverbrauch durch die Straßenbeleuchtung bei 376 532 kWh.
„Das heißt, dass wir in diesem Jahr etwa 153 000 kWh Strom für die Straßenbeleuchtung verbrauchen werden“, erklärt Daniel Krüger.
In Heller und Pfennig ausgedrückt wird die Gemeinde Nottuln in diesem Jahr auf diese Weise 52 000 Euro einsparen.
Es sind Gelder, die allesamt in den allgemeinen Haushalt der Verwaltung zurückfließen werden.
Die Investition in die Erneuerung der Leuchtköpfe in Höhe von insgesamt 2,3 Millionen Euro habe sich gelohnt, zieht Krüger ein Resümee der Umrüstungsmaßnahme, die im April 2024 begann.
Dabei wurden nach und nach sämtliche Straßenlampen im Gemeindegebiet inklusive der historischen Schinkelleuchten durch den Strom- und Gasverteilnetzgeber Westnetz mit energiesparender LED-Technologie ausgestattet. Darin nicht enthalten sind die Umrüstungen der Scheinwerfer, die die Kuriengebäude und die Martinus-Kirche beleuchten: Hier wird noch einmal zusätzlich eingespart.
Gleichzeitig sind die neuen Leuchtköpfe umweltfreundlich: Die Lichtkegel sind kleiner als die der herkömmlichen Straßenlampen, was bedeutet, dass die Lichtverschmutzung geringer ausfällt. Und dadurch dass die Lichtfarbe einen höheren Blauanteil ausweist, zieht die umgerüstete Straßenbeleuchtung deutlich weniger Insekten an.
Noch etwas wird den Stromverbrauch in Zukunft senken: Zum einen sind die Lampen dimmbar, was eine Nachtabsenkung möglich macht, und zum anderen können sie an den Dämmerungsbeginn angepasst werden. „Das heißt, dass wir gerade in den Sommermonaten noch einmal viel Strom einsparen können“, freut sich Daniel Krüger über einen weiteren Vorteil der LED-Technologie.
„Mit dieser Umrüstung sind wir einen großen Schritt in Richtung Klimaneutralität weiter“, ist auch Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes vom Einsparpotenzial und der guten Ökobilanz überzeugt: Das Ziel, Nottuln 2030 klimaneutral zu machen, rückt beständig näher.
Stichwort CO₂: Bislang konnten durch die Umrüstung rund 121 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Hinzukommt, dass die Gemeinde Nottuln bei ihren Stromverbräuchen auf einen Öko-Strom-Tarif setzt: Umwelt- und Klimaschutz stehen in der Gemeindeverwaltung nicht nur auf dem Papier, sondern werden gelebt. Das fängt bei der LED-Beleuchtung an und geht bei dem Einsatz der gemeindeeigenen E-Dienstwagen, der E-Diensträder und zum Beispiel auch bei der Kommunalen Wärmeplanung weiter.
Und auch wenn die Einspar-Potenziale sowie die Öko-Bilanz bei der Umrüstung auf die LED-Technologie herausragend sind: „Wirtschaftlich gesehen, rechnet sich diese Ausgabe erst in 44 Jahren“, macht Daniel Krüger deutlich, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt, „dennoch ist sie eine wertvolle Investition in unsere Zukunft.“
